3 Fragen 3 Antworten

3 Fragen 3 Antworten mit Schulleiterin Krellmann: Schutzmasken dank 3D-Druck  

Eine Frau mit braunen Haaren
An der Louis-Lepoix-Schule in Baden-Baden werden mit Hilfe von schuleigenen 3D-Druckern Schutzmasken zum Infektionsschutz hergestellt. Schulleiterin Gabriela Krellmann erzählt, wie es dazu kam.    

Frau Krellmann, was war Ihr erster Gedanke, als Ihr Physiklehrer Daniel Müller mit der Idee, Gesichtsschutzmasken mit dem schuleigenen 3D-Druckern herzustellen, auf Sie zukam?

Krellmann: Das kam aus dem Rückenmark, da habe ich nicht viel nachgedacht und gesagt: Leg los. Außerdem haben sich gleich weitere Kollegen bereit erklärt und so konnte jeder seine Expertise einbringen. 3D-Drucker hier, Lasercutter dort - und das alles in Heimarbeit. Herr Müller hat dabei mit dem Klinikum in Achern Rücksprache gehalten, was wie gebraucht wird und was man anpassen muss. Zudem hat sich dann unser Kooperationspartner Stratasys, ein 3D-Druck-Unternehmen aus Rheinmünster, beteiligt und geholfen. Das läuft natürlich ohne medizinische Kontrollauflagen, aber die Kliniken sagen: Her damit. Es geht um Zeit.

Haben Schüler reagiert, und wie waren die Rückmeldungen von anderen Schulen?

Krellmann: Ein Schüler, der im vergangenen Jahr seinen Abschluss gemacht hat, hat sich gemeldet, dass er auch helfen will. Das war die schönste Rückmeldung, und er bastelt jetzt mit. Ansonsten sind unsere Schülerinnen und Schüler mi den Heimaufgaben derzeit stark am Rödeln. Das zeigt im Übrigen, dass die Schulschließung keine verlorene Zeit ist. Wir haben anderen Schulen davon berichtet, und diese steigen nun nach und nach auch in die Produktion ein. Jetzt können auch wir Berufler mal richtig zeigen, was wir drauf haben. Und als die Idee in der Presse war, hat sich die Idee wie ein Lauffeuer verbreitet. Wir haben Angebote von Firmen und Privatleuten bekommen, die helfen wollen - sei es bei der Produktion oder mit Spenden. Und auch die Bestellungen sind nur so reingeflogen, von Kliniken oder Arztpraxen jeglicher Art. Der schönste Effekt der Idee ist, dass unser Aufruf unheimlich viele Menschen zur Intention verleitet hat: Ich kann ja auch helfen. Diese Verbreitung finde ich großartig…

…und hat dazu auch das Projekt „3D erleben“ beigetragen?

Krellmann: Diese Plattform ermöglicht uns einen guten und schnellen Austausch für neue Technologien. Diese sind oft nicht mehr wegzudenken, aber manchmal fragt man sich: Wie kann ich das didaktisch im Unterricht einbauen. Mit dem Projekt können solche Unterrichtsvorlagen zum Beispiel gut ausgetauscht werden und es werden gemeinsam Szenarien durchdacht, wie man die neue Technologie unabhängig von der Schulart einsetzen kann. Denn die Bandbreite der Fähigkeiten von 3D-Druckern ist so groß. Manche können Marzipan drucken, andere Gesichtsschutzschilder. Und im medizinischen Bereich ist man eigentlich noch gar nicht richtig drin. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir mit „3D erleben“ eine Austauschplattform haben, auch damit man keine Entwicklung verschläft und nichts verloren geht. Augmented Reality ist ein anderes Beispiel, das ein enormes Potenzial für die Bildung bereithält. Und auch das gilt es, sinnvoll im Unterricht einzubinden. Deshalb sind solche Vernetzungsprojekte sehr wichtig.

Gabriela Krellmann ist Schulleiterin der Louis-Lepoix-Schule in Baden-Baden. 1969 in der Slowakei geboren und im Schwarzwald aufgewachsen absolvierte sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin, bevor sie Gewerbelehramt grafisches Gewerbe und Politik in Darmstadt studierte. Nach dem Referendariat in Koblenz (Drucktechnik und Sozialkunde) kam sie 1999 an die LLS und ist dort nun seit 2012 Rektorin.

Pressemitteilung: Projekt „3D-Erleben“ - Schule stellt Gesichtsschilder mit 3D-Drucker her

Produktionsvideo im Zeitraffer

Projekt 3d-erleben

Coronavirus: Informationen für Schulen und Kitas

Louis-Lepoix-Schule Baden-Baden

 

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