GRUNDSCHULE
  • 13.05.2019

Fortbildungsinitiative „Orthographie lehren und lernen in der Grundschule“ gestartet 

Das Kultusministerium will die Rechtschreibkompetenz der Schülerinnen und Schüler weiter verbessern.

Das Kultusministerium will die Rechtschreibkompetenz der Schülerinnen und Schüler weiter verbessern und hat dazu deshalb gemeinsam mit Hamburg und Schleswig-Holstein die länderübergreifende Fortbildungsinitiative „Orthographie lehren und lernen in der Grundschule“ gestartet. Gemeinsam wolle man den Rechtschreibrahmen qualitativ weiterentwickeln, sagt Kultusministerin Eisenmann.

In Baden-Württemberg startet heute die länderübergreifende Fortbildungsinitiative „Orthographie lehren und lernen in der Grundschule“. Ebenfalls an der Initiative beteiligt sind die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg sowie die Bund-Länder-Initiative Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS). Gemeinsam wollen die drei Länder den Fokus an den Schulen stärker auf die Rechtschreibung legen, um die Rechtschreibkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. „Wenn Kinder nach der Grundschule nicht flüssig lesen und richtig schreiben können, fehlt ihnen eine entscheidende Schlüsselkompetenz. Das ist ein Zustand, den wir in Baden-Württemberg genauso wenig hinnehmen wie in Schleswig-Holstein oder Hamburg. Unser gemeinsames Ziel ist es deshalb, den Rechtschreibunterricht an den Schulen qualitativ weiterzuentwickeln und die Lehreinnen und Lehrer bei dieser wichtigen Aufgabe noch stärker zu unterstützen“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann bei der Auftaktveranstaltung in der Hedwig-Dohm-Schule in Stuttgart.

Fortbildungsinitiative ergänzt bisherige Maßnahmen

Die Fortbildungsinitiative richtet sich an interessierte Lehrkräfte der Grundschulen und ergänzt die spezifischen Maßnahmen, die Baden-Württemberg zur Stärkung der Grundkompetenzen Lesen und Schreiben bereits ergriffen hat. „Seit diesem Schuljahr bieten wir den Lehrerinnen und Lehrern mit dem Rechtschreibrahmen eine verbindliche Grundlage für den Rechtschreibunterricht. Mit den neuen Online-Seminaren geben wir ihnen zusätzliches Material an die Hand, auf das sie unkompliziert und von überall aus zugreifen können“, so Kultusministerin Eisenmann weiter. Dass die Auftaktveranstaltung mit 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach wenigen Tagen ausgebucht war, zeige das große Interesse an der Thematik.

Neue Webinar-Reihe und fachliche Vertiefung

Fachlichen Input erhalten die Lehrerinnen und Lehrer in Kürze in acht Webinaren, die in enger Abstimmung mit dem Mercator-Institut konzipiert wurden und von diesem durchgeführt werden. Die 90-minütigen interaktiven Online-Vorlesungen beschäftigen sich mit den Themenschwerpunkten Schrift und Orthographie, Schriftspracherwerb, Diagnose, Rechtschreiben im Unterricht und der Förderung der Rechtschreibkompetenz. Dabei haben die Lehrkräfte die Gelegenheit, sich aktiv zu beteiligen und Fragen zu stellen. Um die gelernten Inhalte fachlich zu vertiefen, erhalten sie zusätzlich Unterstützung durch die Fachberaterinnen und Fachberater Unterrichtsentwicklung für das Fach Deutsch an Grundschulen. Vorhandene Orthographieansätze der Schulen können so beleuchtet und bei Bedarf qualitativ weiterentwickelt werden.

Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache und Sprecher des Trägerkonsortiums der Bund-Länder-Initiative BiSS, betonte in seinem Vortrag zum Schriftspracherwerb als schulische Entwicklungsaufgabe: „Für die Vermittlung der Rechtschreibung sind didaktische Konzepte erforderlich, die die Rechtschreibung sinnvoll in das Schreiben und Lesen von Texten einbinden. Sprachliche Bildung ist eine Aufgabe des gesamten Kollegiums. Deshalb ist es wichtig, dass Lehrkräfte gut aus- und fortgebildet werden. Nur so können sie die Schülerinnen und Schüler bestmöglich fördern.“

„Orthographie lehren und lernen in der Grundschule“ ist eine Veranstaltungsreihe des Landes Baden-Württemberg, des Landes Schleswig-Holstein, der Hansestadt Hamburg und der Bund-Länder-Initiative BiSS. Gestartet ist die Veranstaltungsreihe im Dezember 2018 in Schleswig-Holstein, im März 2019 folgte Hamburg. Die wesentlichen Eckpunkte der Fortbildungsinitiative sind eine Auftaktveranstaltung mit Fachvorträgen und Workshops, die thematische Webinar-Reihe und die Vertiefung der Inhalte durch Fachberaterinnen und Fachberater.

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