Schulartübergreifend

Begabtenförderung


Seit Mitte der 80er Jahre hat Baden-Württemberg Schritt für Schritt die Begabten- und Hochbegabtenförderung aufgebaut und weiterentwickelt.

Den individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen besonders begabter und leistungsstarker Kinder und Jugendlicher versuchen wir mit den bekannten schulischen Fördermaßnahmen der Akzeleration und des Enrichment gerecht zu werden. Ein differenziertes Unterstützungssystem und flexible Rahmenbedingungen für individuelle Förder- und Differenzierungsmaßnahmen ermöglichen eine begabungsgerechte Förderung in der Grundschule.

Akzeleration wird vor allem im Bereich der Grundschulen auf Grundlage von § 4 der Grundschulversetzungsordnung umgesetzt; diese ermöglicht besonders begabten Kindern die Direkteinschulung in Klasse 2, das Überspringen von Klassen sowie die Grundschulempfehlung für die weiterführenden Schulen bereits am Ende von Klasse 3. Selbstverständlich können auch an den weiterführenden Schulen Klassenstufen übersprungen werden.

Daneben wurden seit über zwanzig Jahren die verschiedensten Formen des Enrichments entwickelt und erprobt. Dazu zählen die Arbeitsgemeinschaften für besonders Begabte und Befähigte, die mathematisch-naturwissenschaftlich orientierten Angebote der Seminare

und des

Wertvolle und vorbildliche Ergänzungen in der Begabten- und Hochbegabtenförderung aus dem nichtstaatlichen Bereich stellen die Beiträge und Aktivitäten diverser Stiftungen und Kommunen dar, z.B. zu nennen sind hier beispielsweise

In Baden-Württemberg bieten seit 1999 Kinderakademien freiwillige zusätzliche Angebote im Rahmen der Hochbegabtenförderung.

In der am 20. Januar 2010 unterzeichneten Vereinbarung zwischen der Hector Stiftung II und dem Land Baden-Württemberg wurde die flächendeckende Einrichtung von Hector Kinderakademien in Baden-Württemberg beschlossen. Inzwischen bieten 86 Hector Kinderakademien besonders begabten und hochbegabten Grundschulkindern ein für sie entwickeltes Förderprogramm an. Der Schwerpunkt der Kursthemen liegt auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Mit diesem außerunterrichtlichen Angebot sollen die Interessen und Talente der Kinder gefördert sowie intellektuelle und soziale Herausforderungen geschaffen werden.
Das Förderprogramm ist das einzige landesweite Förderprogramm für besonders begabte und hochbegabte Kinder in Deutschland, das kontinuierlich wissenschaftlich begleitet wird.

Das Programm wird von der Hector Stiftung II finanziert und vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg unterstützt. Mit der Verlängerung der Zusammenarbeit bis zum Schuljahresende 2024/2025 stellt die Stiftung weitere 23,5 Millionen Euro für die Begabtenförderung zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Hector Stiftung II finden Sie unter: www.hector-stiftung.de

Eine konsequente schulische Lern- und Begabungsförderung bezieht außerschulische Partner ein. In Baden-Württemberg arbeiten inzwischen Universitäten, Hochschulen und Akademien mit den Schulen zusammen, in Arbeitsgemeinschaften Fehling-Lab, Science-Lab, im Angebot der Kinder-Unis der Universitäten des Landes, in den Projekten der

  • Schüler-Ingenieur-Akademien und des
  • ZNL Ulm.

Hochbegabten Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ermöglicht das Landeshochschulgesetz ein Schülerstudium.

Sämtliche schulischen Förderangebote für besonders und hoch begabte Kinder, seien sie Maßnahmen im Bereich der Akzeleration oder des Enrichment, stehen auf einem breiten Fundament der kompetenten Beratung, angefangen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schulpsychologischen Beratungsstellen über die Ansprechpartner in Fragen der Hochbegabung an den Staatlichen Schulämtern und Regierungspräsidien bis hin zu den Expertinnen und Experten am Kompetenzzentrum des Landesgymnasiums für Hochbegabte.

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