Europa in der Schule

Europa in der Schule

Bild: Lydie_B/Thinkstock
Eine Gruppe Jugendlicher hält eine Europa-Fahne

Europa hat in unseren Schulen längst Einzug in Bildungspläne und Unterricht gehalten. Darüber hinaus haben die Jugendlichen auch die Möglichkeit, ganz persönliche Erfahrungen durch Schulpartnerschaften und Austauschmaßnahmen zu sammeln. Die vergangenen Jahre haben dabei immer wieder gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen mit Begeisterung und Phantasie EU-Projekte gestalten, sich am Europäischen Wettbewerb beteiligen und mit großer Wissbegierde in den Dialog mit anderen Europäern treten.

Das erste Kapitel des Handbuchs "GO EUROPE" vermittelt einen Überblick über praxisbezogene EU-Programme für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrerinnen und Lehrer. Es handelt sich hierbei um Programme, bei denen sowohl der zeitliche Umfang als auch die Thematik verschieden sind, so dass individuell an den Schulen vor Ort entschieden werden kann, welches Programm sich am besten in den Unterrichtsalltag einbauen lässt. Das zweite Kapitel des Praxishandbuchs bietet eine Übersicht über Unterrichtsmaterialien zur anschaulichen Vermittlung des Themas "Europa" im Unterricht. Die meisten Materialien stehen direkt online zum Downloaden bereit. Das dritte Kapitel listet Institutionen auf, die in regelmäßigen Abständen Informationsveranstaltungen und Fortbildungen rund um das Thema "Europa" anbieten.

GO EUROPE - Ein Praxishandbuch für Schulen in Baden-Württemberg

Erasmus + EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport

Erasmus + (2021-2027)

Akkreditierung Leitaktion 1

Die Leitaktion 1 des Programms Erasmus+ bietet Schulen und vorschulischen Einrichtungen ein strategisches Instrument für die Weiterentwicklung und Internationalisierung der eigenen Einrichtung. Unterstützt werden Mobilitätsprojekte, in denen durch Fortbildungsmaßnahmen für Schulpersonal (individuelle Lehr- und Lernaufenthalte von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften) in anderen Programmstaaten die Schulentwicklung gefördert wird.

Erasmus+ läuft bis 2020 und wird mit einem Nachfolgeprogramm (2021-2027) fortgesetzt. Noch (Stand: Oktober 2020) sind nicht alle Einzelheiten zum Nachfolgeprogramm und seinen Fördermodalitäten bekannt. Neu ist, dass im Nachfolgeprogramm der europäische Austausch von Schülerinnen und Schülern (Einzel- wie Gruppenaustausch) stärker ausgebaut werden soll. Erstmals ist die Förderung der so genannten Lernendenmobilität im Nachfolgeprogramm auch im Schulbereich in der Leitaktion 1 möglich.

Ebenso neu ist die Einführung der Akkreditierung auch im Schulbereich, mit der der Zugang zum Programm erleichtert wird und die Einrichtungen mehr Planungssicherheit erhalten. Hat eine Einrichtung die Akkreditierung erlangt, die wie eine Mitgliedschaft bei Erasmus+ zu sehen ist, kann sie im weiteren Verlauf des Programms jährlich in einem vereinfachten Verfahren Mittel für europäische Begegnungen – auch von Schülergruppen – beantragen.

Einrichtungen im Bereich Schulbildung können sich durch den Pädagogischen Austauschdienst PAD (Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich) beraten lassen und den Antrag auf Akkreditierung im Schulbereich stellen. Weitere Informationen finden sich hier.

Berufliche Schulen (sämtliche Bildungsgänge) können sich ausschließlich für den Bereich „Berufsbildung“ akkreditieren lassen und stellen ihren Antrag beim Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB(Nationale Agentur für EU-Programme im beruflichen Bereich). Weitere Informationen finden sich hier

Erasmus + (2014-2020)

Mit Verordnung vom 11. Dezember 2013 haben das Europäische Parlament und der Rat das Programm Erasmus+ beschlossen. Es ist am 1. Januar 2014 in Kraft getreten und hat eine Laufzeit von sieben Jahren (2014–2020).

ERASMUS+ ist mit einem Budget von 14,7 Mrd. Euro ausgestattet. Es soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugendarbeit voranbringen. Im Bereich der schulischen und beruflichen Bildung werden Mobilitäten und Austauschmaßnahmen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Bildungsfachleuten sowie strategische Partnerschaften von Bildungseinrichtungen gefördert.

Fördermöglichkeiten in drei Leitaktionen

ERASMUS+ bietet für alle Programmbereiche Fördermöglichkeiten in drei Leitaktionen:

  • Leitaktion 1: Lernmobilität von Einzelpersonen;
  • Leitaktion 2: Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren;
  • Leitaktion 3: Unterstützung von Politikreformen.

Im Bereich der Schulbildung und der beruflichen Bildung können Einrichtungen folgende Förderungen beantragen:

Leitaktion 1: Lernmobilität von Einzelpersonen

  • Fortbildungen für Schulpersonal/Erzieherinnen und Erzieher im Ausland: z. B. Hospitationen, Job-Shadowing, Aufenthalte zu Unterrichtszwecken;
  • Lernaufenthalt von u.a. Auszubildenden im Ausland (Auslandspraktika).

Leitaktion 2: Strategische Partnerschaften

  • Erasmus+ Schulpartnerschaften: Projekte zwischen zwei und maximal sechs Schulen, zwischen 12 und in der Regel 24 Monaten;
  • Strategische Partnerschaften in der Schulbildung oder in der beruflichen Bildung: Projekte zwischen Einrichtungen im Bereich der Schulbildung und / oder der beruflichen Bildung, multilateral, zwischen 12 und 36 Monaten.

IT-Plattformen

  • Plattform eTwinning: virtuelle Projekte zwischen Schulen, bi- oder multilateral, Thema und Dauer frei wählbar, keine direkte Förderung, kostenlose Nutzung von Angeboten der Plattform.

Video zum eTwinning Projekt des Gymnasiums Karlsbad zur Integration von Flüchtlingen

Umsetzung des Programms

Für die Umsetzung des Programms sind in Deutschland Nationale Agenturen/ Koordinierungsstellen zuständig. Aktuelle Informationen zum Programm ERASMUS+ finden sich auf dem jeweiligen Internetauftritt:

Fortbildungen

Für den Bereich der Schulbildung werden in Baden-Württemberg regionale Informationsveranstaltungen angeboten. Die Veranstaltungen werden auf der Veranstaltungsdatenbank des PAD veröffentlicht.

Best-Practice-Beispiele

Die Projekte wurden mit dem eTwinning-Qualitätssiegel 2020 ausgezeichnet:

Teeny Bookworms
Schülerinnen und Schüler der Regenbogenschule in Ulm haben sich mit dem Thema „Gemeinsames Lesen“ beschäftigt. Inspiriert von Pippi Langstrumpf und Jim Knopf recherchierten sie gemeinsam mit ihren Projektpartnern aus Deutschland, Litauen und Griechenland, welche literarischen Helden es in der Kinder- und Jugendliteratur ihrer Heimatländer gibt. Nach vielen Lesestunden entwarfen sie ein virtuelles Bücherregal mir ihren Lieblingsschmökern.

A quattro mani - zu vier Händen
Schülerinnen und Schüler des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums haben sich in diesem binationalen Projekt mit Jugendlichen aus Italien über für sie wichtige und interessante Themen ausgetauscht, z. B. über Sport, Musik oder Lieblingsgerichte. Das Fremdsprachenlernen zusammen mit Muttersprachlern erwies sich als äußert effektiv und motivierend.

Deutschland trifft Italien
Ein weiteres Projekt des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums darf sich über die Auszeichnung freuen: Deutschland trifft Italien. In diesem Projekt haben deutsche und italienische Schülerinnen und Schüler darüber berichtet, was sie bewegt: Schule und Familie, modische Trends und noch viel mehr. Alle entstandenen Texte, Fotos und Videos wurden in einem eBook zusammengefasst.

eTwinning-Schulen in Baden-Württemberg

Folgende Schulen wurden von der zentralen eTwinning-Koordinierungsstelle als eTwinning-Schulen ausgezeichnet:

  • Augusta-Bender-Schule Mosbach
  • Kastell-Realschule Welzheim
  • Mörike-Gemeinschaftsschule Backnang

EU-Schulprojekttag

Neben dem EU-Bildungsprogramm gibt es eine Vielzahl von Projekten mit Europabezug. Durch Veranstaltungen wird den Schülerinnen und Schülern Einblick in europäische Themen gegeben und Verständnis für europäische Zusammenhänge vermittelt. Eines dieser Projekte ist der EU-Schulprojekttag. 

Der bundesweite EU-Schulprojekttag hat am 21. Juni 2021 stattgefunden.

Das Kultusministerium arbeitet im Bereich Europa in der Schule mit Partnern zusammen. Anfragen richten Sie bitte an das Referat Europa unter europa@km.kv.bwl.de.

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