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Rahmeninformation Beschulung und Betreuung Geflüchteter

VI. Unterstützung, Angebote und Materialien

3 Personen, von denen man nur die Hände sieht, vor Computer

1. Für Schülerinnen, Schüler und Eltern/Erziehungsberechtigte

Eingliederungshilfe

Eine Versorgung von Personen, die Leistungen der Eingliederungshilfe oder Pflegeleistungen benötigen, ist über das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) möglich. Zuständig für die Gewährung von Leistungen nach dem AsylbLG ist die örtlich zuständige Leistungsbehörde (z.B. Landratsamt des Wohnortes).

Das Bundesgesundheitsministerium teilt dazu mit:
„Für aus der Ukraine geflüchtete Personen besteht grundsätzlich ein Leistungsanspruch (nach AsylbLG). Der Anspruch betrifft die ersten 18 Monate ihres Aufenthalts im Bundesgebiet und umfasst auch sonstige Leistungen (gem. § 6 Abs. 1 AsylbLG). Sonstige Leistungen können insbesondere gewährt werden, wenn dies zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich oder zur Deckung der besonderen Bedürfnisse von Kindern geboten ist. Diese Regelung ermöglicht den zuständigen Leistungsbehörden der Länder, besonderen Bedarfen im Einzelfall gerecht zu werden. Dies schließt auch besondere Bedarfe von pflegebedürftigen Menschen und Menschen mit Behinderungen ein.
Personen, die wie in der aktuellen Situation vor Krieg in ihrem Heimatland fliehen und besondere Bedürfnisse haben, erhalten eine über den üblichen Umfang des AsylbLG hinausgehende Versorgung. Ihnen wird nach § 6 Abs. 2 AsylbLG die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe gewährt.“

Weitere Integrationsmöglichkeiten

Sport-, Musik-, Kunst-, Theater- und weitere Kulturangebote verfügen über ein großes Integrationspotential. Sie bieten eine niederschwellige Möglichkeit zur aktiven Teilnahme und Mitgestaltung und können etwa durch das gemeinsame Sporttreiben, Singen und Musizieren, Gestalten und Spielen gegenseitiges Verständnis und ein Gefühl von Verbundenheit schaffen. Durch die Teilnahme an schulischen Angeboten, die in Kooperation mit außerschulischen Partnern wie etwa Sport- oder Musikvereinen, Musik- oder Jugendkunstschulen oder Theatereinrichtungen durchgeführt werden, können sich zugleich diese Kooperationspartner selbst mit ihren weiteren (außerschulischen) Angeboten präsentieren, wodurch zusätzliche Möglichkeiten der Teilhabe eröffnet werden. Die Schulen werden daher gebeten, den vor dem Krieg in der Ukraine geflüchteten Schülerinnen und Schülern einen Zugang insbesondere zu diesen Angeboten zu ermöglichen und auf die Angebote der außerschulischen Partner hinzuweisen. Hier eignen sich zudem die Integrationsmanager als Ansprechpartnerinnen und -partner.

„Lernen mit Rückenwind“ – Aufholen nach Corona

Im Rahmen des Programms „Lernen mit Rückenwind“ findet die Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache angedockt an die Fächer, insbesondere dem Fach Deutsch, statt. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine möglichst passgenaue und zielorientierte Unterstützung erfahren. Der Schwerpunkt liegt auf der Bewältigung der Lernrückstände in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und den jeweiligen Profilfächern der beruflichen Schulen sowie in den Bildungsbereichen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren Ergänzt werden diese Unterstützungsleistungen durch Angebote im sozial-emotionalen Bereich. Neben einer Schwerpunktsetzung in den für die Schulwegeentscheidung relevanten Klassenstufen (Klassenstufe 4 der Grundschule, die Klassenstufen 9 und 10 der Sekundarstufe I sowie die auf das Abitur vorbereitenden Jahrgangsstufen) sowie dem Übergangssystem im beruflichen Bereich sollen überdies auch die Schülerinnen und Schüler mit pandemiebedingtem Unterstützungsbedarf in allen weiteren Klassenstufen, Bildungsgängen und in den Vorbereitungsklassen in angemessener Weise berücksichtigt werden. D. h., dass in diesem Rahmen auch Kinder und Jugendliche aus der Ukraine, die bereits eine Schule besuchen, gefördert werden können. Entsprechende Angebote sind immer für alle Schülerinnen und Schüler zu öffnen, die einen entsprechenden Sprachförderbedarf haben. Zielgruppe sind insbesondere Schülerinnen und Schüler aus VKL oder VABO.

Betreuungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler

Bei den Angeboten der Schulkindbetreuung, wie z.B. dem Hort an Schulen oder der flexiblen Nachmittagsbetreuung, handelt es sich um kostenpflichtige Angebote der kommunalen oder freien Träger.

Der Hort an der Schule und der herkömmliche Hort sind Einrichtungen der Jugendhilfe, die schulpflichtige Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nach dem Schulunterricht betreuen. Sie bieten von Montag bis Freitag nach dem Unterrichtsvormittag eine freiwillige Nachmittagsbetreuung von täglich mindestens fünf Stunden an und sind in der Regel auch in den Schulferien geöffnet. Ein Rechtsanspruch auf diese Betreuungsangebote besteht nicht. Die Angebote sind nicht flächendeckend eingerichtet, sondern entsprechend den örtlichen Voraussetzungen und Bedarfen. Auskünfte über das konkrete Betreuungsangebot sind bei der jeweiligen Schule oder dem jeweiligen Träger erhältlich.

Schulpsychologische Unterstützung

Die Schulpsychologischen Dienste unterstützen Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungsberechtigte bei Herausforderungen und Problemen in der Lebenswelt Schule. Dazu gehört auch der Umgang mit Belastungen, Ängsten oder Konflikten, die etwa im Kontext des Kriegs in der Ukraine auftreten können. Einen Überblick über die Angebote finden Sie hier. Zum einen ist die Beratungslehrkraft an der Schule eine hilfreiche erste Anlaufstelle. Fast jede Schule wird von einer Beratungslehrkraft betreut. Die Kontaktdaten sind über das Schulsekretariat erhältlich. Gerne können Sie sich auch direkt mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle in Ihrem Kreis in Verbindung setzen. Einen Beratungstermin erhalten Sie telefonisch oder per E-Mail im Sekretariat der jeweiligen Beratungsstellen.

2. Für Lehrkräfte

Bei der Aufnahme und Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen stehen Lehrkräfte vor großen Aufgaben und Herausforderungen. Institute wie z. B. das ZSL und das LMZ bieten eine Fülle von Fortbildungsangeboten, Materialien, Beratungs- und Informationsmöglichkeiten, um Schulen bei diesem Prozess zu begleiten und zu unterstützen.

Informations- und Unterstützungsangebote Beschulung geflüchteter Schülerinnen und Schüler (barrierefreie PDF)

Basisinformationen und Fortbildungen

Sprachkurse für Lehrkräfte

Informations- und Unterstützungsangebot für neue Lehrkräfte

Das ZSL bietet ein modulares Informations- und Unterstützungsprogramm für neue Lehr und Unterstützungskräfte an. In vier Modulen erhalten die Personen wichtige Informationen für einen erfolgreichen Start an der Schule.
Modul 1: Grundlegende Informationen und Orientierungen
Modul 2: Pädagogik
Modul 3: Deutsch als Zweitsprache
Modul 4: Fachunterricht
Weitere Informationen erhalten die Lehrkräfte mit ihrer Einstellung durch das RP sowie hier.

„Basics zum Zweitspracherwerb und Unterricht in VKL/VABO“

Durch dieses intensivierte Informations- und Unterstützungsangebot werden neuen Lehrkräften die zentralen Grundlagen für die Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache sowie wichtige Umsetzungshilfen für den Unterricht in einer VKL/VABO vermittelt. Dieses richtet sich auch an sogenannte Nichterfüllerinnen und Nichterfüller sowie ausländische Lehrkräfte mit ausreichenden Deutschkenntnissen.

Laufende Angebote können hier auf LFB Online abgerufen werden.


Fortbildungs- und Unterstützungsangebote für Lehrkräfte an allgemein bildenden Schulen

Fortbildung für Lehrkräfte in Regelklassen

Für die Beschulung von Schülerinnen und Schüler mit wenig oder keinen Deutschkenntnissen, die direkt in die Regelklassen integriert werden und keine Förderung über VKL-Strukturen erhalten, gibt es ein eigenes Fortbildungsangebot. Dieses richtet sich an Regelklassenlehrkräfte sowie dort unterstützendes Personal.


Fortbildungsangebote für Lehrkräfte an berufliche Schulen

Fortbildung für Lehrkräfte an beruflichen Schulen zum Thema DaZ/DaF

Angebote für Lehrkräfte an beruflichen Schulen zum Thema DaZ/DaF, Sprachförderung oder Unterricht in VABO-Klassen finden sich in Form von Fortbildungsveranstaltungen unter folgenden Links:

Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache bzw. Deutsch als Fremdsprache
Angebote speziell zum VABO

Fortbildungen für Lehrkräfte an allgemein bildenden und beruflichen Schulen

Diagnostik für eine gelingende (Sprach-)Förderung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen verschiedene Diagnoseinstrumente und deren zielgerichteten Einsatz in der VKL/VABO und Vorbereitungskursen kennen, diskutieren deren Anwendung und erproben sie.

Durchgängige Sprachbildung: „Sprachförderkurse zur Unterstützung des Regelunterrichts“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen organisatorische Umsetzungsmöglichkeiten und zentrale Inhalte für die Gestaltung von Sprachförderkursen kennen, um Schülerinnen und Schüler im Anschluss an VKL/VABO sowie andere Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf beim Aufbau von fach- und bildungssprachlichen Kompetenzen bestmöglich zu unterstützen.

Fortbildungen zu psychologischen Grundlagen

Für das Erkennen und den Umgang mit Belastungserfahrungen und Traumata von Geflüchteten bietet das ZSL verschiedene Fortbildungen an, die auf dieser Webseite des Instituts abrufbar sind.

Demokratiebildung und lebensweltbezogene Kompetenzen in VKL/VABO

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen zentrale Inhalte aus dem Curriculum für Demokratiebildung VKL und dem Kompetenzbereich "Lebensweltbezogene Kompetenzen und Gemeinschaftskunde" (LWK) für VABO kennen. Außerdem erhalten sie Anregungen zur praktischen Umsetzung in heterogenen Lerngruppen mit zugewanderten Kindern und Jugendlichen in der VKL/VABO.



Beratungsangebote für Lehrkräfte

Wöchentliches Sprechstundenangebot im Bereich DaZ für Schulen

Um Schulen bei der Aufnahme und Beschulung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, bieten Fortbildende des ZSL für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr eine zentrale digitale Sprechstunde an. Lehrkräfte aller Schularten, die in VKL/VABO oder Regelklassen unterrichten, sowie weiteres Unterstützungspersonal können ihre Fragen stellen und erhalten weiterführende Hinweise. Es ist keine Anmeldung nötig.

Medienpädagogische Beratungsstelle

Eltern, Lehrkräfte und andere pädagogisch Tätige erhalten bei der Medienpädagogischen Beratungsstelle Hilfestellungen, wie sie mit dem Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Nachrichten in Schule und Familie umgehen können. Neben individueller Beratung erhalten Interessierte auch Informationen zu Veranstaltungen und weiteren Unterstützungsangeboten.
Kontakt: beratungsstelle@lmz-bw.de, Tel.: 0711 4909-6321


Schulpsychologische Unterstützung

Die Schulpsychologischen Dienste bieten für Lehrkräfte Beratung im Umgang mit einzelnen Schülerinnen und Schülern und deren Erziehungsberechtigten, bei Problemen in der Klassen- oder Schulgemeinschaft, oder Einzel-Coaching und Supervision, z. B. bei Konflikten oder beruflichen Belastungen, an. Schulleitungen können sich darüber hinaus bei Fragen zu psychologischen Aspekten von Leitung oder zur Teamentwicklung an die Schulpsychologischen Dienste wenden. Schulpsychologinnen und Schulpsychologen bieten zudem Fortbildungen zu verschieden Themen an und unterstützen bei Krisenlagen. Einen Überblick über die Angebote finden Sie hier. Einen Beratungstermin erhalten Sie telefonisch oder per E-Mail im Sekretariat Ihrer Schulpsychologischen Beratungsstelle. Über das Regelangebot hinaus finden Sie auf der Sonderseite des ZSL zur Ukrainekrise weitere schulpsychologische Unterstützungsangebote, wie etwa Informationen und Handreichungen zum Umgang mit Ängsten, Belastungen und Konflikten sowie Online-Veranstaltungen zum Umgang mit geflüchteten und belasteten Schülerinnen und Schülern.



Materialien für den Unterricht

Informationen, Handlungsempfehlungen und Unterrichtsmaterialien

Für die ersten Kontakte mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen, das schulische Aufnahmegespräch, den Umgang mit möglichen Belastungserfahrungen oder Traumata sowie das Erlernen der deutschen Sprache im Unterricht stehen auf der Ukraineseite des ZSL wichtige Informationen und Handlungsempfehlungen bereit. Konkrete Materialhinweise und weitere Unterstützungsangebote werden laufend aktualisiert.

Ankommen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in der Schule

Leitplanken und Materialien zum Ukraine-Krieg als Thema im Unterricht

Das ZSL hat dazu kommentierte Hinweise für Lehrkräfte an allgemein bildenden und beruflichen Schulen zusammengestellt und eigene schulartbezogene Materialien eingestellt. Hier finden Sie u.a.

• Orientierungshilfen zu fachdidaktischen und pädagogischen Fragen, Fachinformationen (ZSL - Ukraine-Krieg Hintergründe)
• Lesetexte, Arbeitsblätter und andere Materialien (ZSL - Umgang mit dem Thema Krieg im Unterricht).

Für den sprachsensiblen Unterricht speziell an beruflichen Schulen ist der Leitfaden "Sprachsensibel unterrichten in allen Fächern" abrufbar.

Themenbezogene Medien-Tipps in der SESAM-Mediathek

Den Krieg in der Ukraine kann man, je nach Fach und Intention, unter ganz unterschiedlichen Aspekten beleuchten. Deshalb hat die SESAM-Redaktion in der Medienliste „Aktuelles“ Unterrichtsmaterialien zu verschiedenen Unterthemen zusammengestellt. Hier finden Sie unter anderem folgende Themenbereiche: Krieg in der Ukraine – Schwerpunkt Geschichte; UNO, NATO und EU; Flucht und Asyl; Demokratie und Wahlen; Fake News.

#RespektBW – BITTE WAS?! Kontern gegen Fake und Hass

Im Rahmen der Kampagne BITTE WAS?! Kontern gegen Fake und Hass werden zwei Materialpakete für Lehrkräfte erstellt:

Begleitend werden Fortbildungen für Lehrkräfte zu den genannten Themen angeboten sowie auf die Challenges verwiesen. Sie stellen eine Möglichkeit für Kinder und Jugendliche dar, aktiv ein Zeichen für ein besseres Miteinander zu setzen.
  BITTE WAS?! · Kontern gegen Fake & Hass (bitte-was.de)

Ukrainische Bildungsmaterialien, Lern- und Informationsangebote
Für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine stehen ukrainische Lehrwerke von Klasse 1-11 online und zum Download zur Verfügung.


Lernmanagementsysteme und Mundo

Moodle

Damit ukrainische Schülerinnen und Schüler sich auf der Plattform Moodle leichter zurechtfinden, bietet es sich an, Ukrainisch (und ggf. auch Russisch) als zusätzliche Sprache zu installieren. Weiterführende Informationen dazu sind hier zu finden:

Eine detaillierte Anleitung zur Integration von Inhalten aus Mundo in Moodle findet sich hier.

Hinweis: Das ukrainische Sprach-Paket für Moodle ist aktuell nicht vollständig (liegt zu etwa 80 Prozent vor). Die fehlenden Bereiche betreffen jedoch nur die Administrationsebene, sodass das Sprachpaket für den Unterricht ohne Einschränkungen genutzt werden kann.

itslearning

Auch für itslearning gibt es ein aktualisiertes „Sprachpaket“, welches die ukrainische und russische Sprache beinhaltet. Eine ausführliche Anleitung dazu ist hier zu finden.

Mundo

Über die bereits vorkonfigurierte Aktivität „Mundo“ können Lehrkräfte Lehr- und Lernmaterialien direkt in ihrem Moodlekurs anzeigen und nutzen.

 

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