Literatur, Medien

JIM-Studie 2014 – Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-jähriger

Bereits zum 17. Mal legt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in Kooperation mit dem Südwestrundfunk repräsentative Basisdaten zur Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland vor. Seit 1998 zeigt die Studienreihe JIM den Medienumgang der Zwölf- bis 19-jährigen in Deutschland. Für die aktuelle Studie wurden rund 1.200 Jugendliche im Zeitraum vom 13. Mai bis 27. Juli 2014 telefonisch befragt.  

Die Studie ergab, dass das Medienangebot in den Familien immer größer und vielfältiger wird. Die Vollausstattung ist bei Handy, Fernseher, Computer und Laptop sowie Internetzugang bereits erreicht. Auch die Jugendlichen selbst nennen immer mehr Geräte und Mediendienste ihr Eigen. Doch nach wie vor sind auch nonmediale Aktivitäten für sie besonders wichtig. 79 Prozent verabreden sich täglich oder mehrmals in der Woche mit Freunden. Jedoch gehört auch hier das Handy/Smartphone dazu. 97 Prozent der Jugendlichen besitzen bereits ein Handy (88 Prozent davon sind Smartphones). 86 Prozent gehen mit ihrem Smartphone ins Netz und rund 82 Prozent machen dies auch mit dem Laptop.

Die Rangliste der beliebtesten Internetangebote führt inzwischen YouTube mit 30 Prozent an, gefolgt von Facebook (23 Prozent) und WhatsApp (11 Prozent). Genutzt wird das Internet von den Jugendlichen vor allem zur Kommunikation, zur Unterhaltung, zum Spielen sowie zur Informationsbeschaffung. Die Nutzung von Sozialen Netzwerken ist jedoch rückläufig. 2012 gaben noch 87 Prozent an, diese Netzwerke zumindest selten zu nutzen, 2014 sind es nur noch 73 Prozent.

Das Internet und Computer werden regelmäßig für das Erledigen schulischer Aufgaben verwendet. Im Durchschnitt 51 Minuten am Tag. Die Jugendlichen tauschen sich über Hausaufgaben aus (48 Prozent), lesen im Internet etwas nach beziehungsweise suchen etwas (44 Prozent). Die Nutzung in der Schule selbst fällt deutlich geringer aus. Nur etwa 16 Prozent der Jugendlichen geben an, dass sie im Unterricht täglich etwas im Internet suchen oder nachlesen. 21 Prozent tun dies einmal pro Woche. Nur 12 Prozent der Gymnasiasten und 18 Prozent der Schüler anderer Schularten geben an, regelmäßig in der Schule am Computer Texte zu schreiben.

Wer viel im Netz surft, macht sich auch über den Datenschutz Gedanken. Nur noch 46 Prozent der Jugendlichen geben an, dass sie sich bezüglich ihrer Daten sicher fühlen (2013 waren es noch 56 Prozent). Jedoch ist nicht bekannt, welche Maßnahmen Jugendliche ergreifen, um ihre Daten zu schützen.

Jugendliche greifen noch immer zu etwa 40 Prozent freiwillig zum gedruckten Buch, 22 Prozent sogar täglich. Dabei liegen die Mädchen wie auch in den vergangenen Jahren vorn, 51 Prozent der Mädchen schmökern täglich oder mehrmals pro Woche, während es bei den Jungs nur 28 Prozent sind.

In der JIM-Studie wurde unter anderem auch das Image verschiedener Mediengattungen hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit untersucht. Im Falle einer widersprüchlichen Berichterstattung würden rund 40 Prozent der Tageszeitung am ehesten Glauben schenken. Gut ein Viertel entscheidet sich für das Fernsehen (26 Prozent). Radiomeldungen sind für 17 Prozent am vertrauenswürdigsten, während der Internetberichterstattung mit 14 Prozent am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird.

Die komplette Studie können Sie im Internet unter www.mpfs.de/index.php?id=631 herunterladen.

Lesen Sie zur aktuellen Jim-Studie auch im Media Culture-Online Blog:
www.lmz-bw.de/medienbildung/aktuelles/mediaculture-blog/blogeinzelansicht/2014/jugendliche-medienwelten-neue-erkenntnisse.html.

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