SCHULARTÜBERGREIFEND
  • 27.02.2020

Zentrale Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen gestartet

Menschen gehen an einem Strand spazieren.

Seit dem 15. Februar 2020 können sich Bürgerinnen und Bürger des Landes an die neue staatlich geförderte „Zentrale Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen“, kurz Zebra-BW, wenden, wenn sie Beratung hinsichtlich gefährlicher religiös-weltanschaulicher Angebote brauchen. Die Beratungsstelle ist offen für alle und kostenfrei.

Sekten und neue religiöse Bewegungen, Esoterik, Okkultismus und Verschwörungstheorien: Die Nachfrage nach Antworten auf Sinnfragen des Lebens ist hoch und der Gültigkeitsanspruch der traditionellen religiösen Erklärungsmodelle wird zunehmend durch konkurrierende Alternativen auf dem religiösen Heilsmarkt in Frage gestellt. Daraus ergeben sich auch neue Anforderungen für Informations- und Beratungsangebote. Vor diesem Hintergrund hat das Kultusministerium die Leistungen für die Beratungsarbeit hinsichtlich gefährlicher religiös-weltanschaulicher Angebote in Baden-Württemberg neu ausgeschrieben. 

Zebra-BW bietet Beratung unabhängig von weltanschaulicher Orientierung

Seit dem 15. Februar 2020 können sich Bürgerinnen und Bürger des Landes an die neue staatlich geförderte „Zentrale Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen“, kurz Zebra-BW, mit Sitz in Freiburg im Breisgau wenden. Die Beratungsstelle ist offen für alle, unabhängig von weltanschaulicher Orientierung, Herkunft und Konfession. Die Beratung ist für Bürgerinnen und Bürger aus Baden-Württemberg kostenfrei, lösungsorientiert und unterliegt der Schweigepflicht. Die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Zebra-BW arbeiten in einem interdisziplinär aufgestellten Team unter der Leitung von Dr. Sarah Pohl. Das Kultusministerium unterstützt die Arbeit von Zebra-BW mit bis zu 181.000 Euro jährlich. „Der Markt religiös-weltanschaulicher Angebote, Verschwörungstheorien sowie der Lebenshilfe- und Esoterikmarkt ist heute schnelllebiger als früher und wird zunehmend unübersichtlich. Deshalb ist es notwendig, die Öffentlichkeit noch stärker zu sensibilisieren und zu informieren“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und fügt hinzu: „Den neuen Anforderungen müssen wir adäquat begegnen, um Bürgerinnen und Bürgern weiterhin kompetente und qualitativ hochwertige Hilfestellungen anbieten zu können.“ Zebra-BW stelle die Beratung zu Fragen gefährlicher religiös-weltanschaulicher Angebote in Baden-Württemberg auf eine neue Grundlage. 

Zentraler Kooperationspartner der Interministeriellen Arbeitsgruppe

Die neue Beratungsstelle ist ab sofort der zentrale Kooperationspartner der Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen sowie deren Geschäftsstelle im Kultusministerium. Die interministerielle Arbeitsgruppe ist durch einen Beschluss des Ministerrates seit dem Jahr 1993 eingerichtet. In ihr wirken das Kultusministerium, das Innenministerium, das Wirtschaftsministerium, das Justizministerium, das Wissenschaftsministerium, das Sozialministerium sowie das Staatsministerium zusammen. Neben der durch das Land geförderten Beratungsstelle Zebra-BW gibt es Angebote von kirchlichen Einrichtungen und Verbraucherschutzorganisationen sowie in anderen Bundesländern auch staatlich getragene Beratungseinrichtungen. 

Gesellschaftliche Entwicklungen stellt Beratung vor neue Anforderungen

Im April 2019 hat der Landtag den zehnten Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen veröffentlicht, in dem die Geschäftsstelle des Kultusministeriums über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen im Arbeitsfeld informiert. Der Bericht beschreibt einen sich immer stärker und schneller verändernden Markt der Weltanschauungen, der auch Informations- und Beratungsangebote vor neue Anforderungen stellt. 

Weitere Informationen

Zebra-BW ist ab sofort unter www.zebra-bw.de zu erreichen.

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