Jugend trainiert für Olympia
  • 23.09.2019

„Es ist etwas Tolles und Privilegiertes, dass es solch einen Wettbewerb gibt.“

Patrick Groetzki (Mitte) ist Handball-Bundesligaspieler und ehemaliger Teilnehmer von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics. (Foto: ©dpa)

Jugend trainiert für Olympia & Paralympics feiert dieses Jahr 50 Jahre. Bundesliga-Handballer und Nationalspieler Patrick Groetzki hat früher selbst an Jugend trainiert teilgenommen. Wir haben ihn zu seiner Teilnahme und zum Jubiläum befragt. 

Jugend trainiert für Olympia & Paralympics (JtfO) feiert großen Geburtstag. Welchen Gedanken haben Sie zuerst, wenn Sie an Ihre Zeit bei JtfO zurückdenken?

Patrick Groetzki: Da muss ich an viele, viele schöne Momente denken. Ich war selbst drei Mal in Berlin beim Bundesfinale dabei – und vor allem in dem jungen Alter waren das immer tolle Erlebnisse und auch riesige sportliche Erfolge. Wir waren damals die erste Handballmannschaft am Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe, die es nach Berlin geschafft hatte. Das war etwas ganz Besonderes.

Die Leichtathleten waren am 27. September 1969 die ersten JtfO-Teilnehmer, die ins Berliner Olympiastadion eingelaufen sind. Ihr Handball-Bundestrainer Christian Prokop war selbst auch mal als Leichtathlet beim Bundesfinale dabei, sprechen Sie beide über Ihre JtfO-Zeiten?

Groetzki: (lacht). Das wusste ich gar nicht. Wir waren beide vor zwei Jahren beim Handball-Bundesfinale in Berlin, was generell nur schwer möglich ist wegen der Trainings- und Spieltermine. Und da haben wir uns über Jugend trainiert für Olympia ausgetauscht.

Drei Mal mit dem Karlsruher Otto-Hahn-Gymnasium in der Handball-Endrunde in Berlin. Sie haben es gesagt, aber verschwiegen, dass Sie auch selbst als Leichtathlet bei Jugend trainiert für Olympia mitgemacht haben. Hätte auch ein Leichtathletik-Profi aus Ihnen werden können?

Groetzki: Die Voraussetzungen waren sicher nicht ganz so schlecht. Aber Leichtathletik habe ich nie trainiert. Ich habe Handball, Fußball und auch mal Tennis gespielt – und bei Jugend trainiert für Olympia habe ich ja auch „nur“ im Hochsprung mitgemacht…

…und Sie haben ja offenbar auch aufs richtige Pferd gesetzt.

Groetzki: Ja, es war eine gute Entscheidung auf Handball zu setzen.

Inwiefern haben Ihnen Ihre Erfahrungen bei Jugend trainiert für Olympia für Ihre Leistungssportkarriere geholfen?

Groetzki: Das ist schwierig zu beantworten. Es war immer cool, dass wir uns im Bundesfinale mit den besten Spielern in Deutschland messen konnten. Zu meiner Zeit war zum Beispiel das Sportgymnasium Magdeburg sehr stark. In dem Alter hat man ja nicht oft gegen Mannschaften von so weit weg gespielt. Das waren coole Erfahrungen, aber ich habe das vor allem als tolle Erlebnisse wahrgenommen und weniger als Leistungssportschritt – auch wenn wir natürlich viel erreichen wollten.

Und was hat Ihnen Jugend trainiert für Olympia als Mensch gebracht?

Groetzki: Total viel. Es war eine Riesenehre, es nach Berlin geschafft zu haben und Baden-Württemberg vertreten zu dürfen. Schon mit dem ICE zu fahren und dabei andere Mannschaften zu treffen, war cool. Und in Berlin hat man dann auch an jeder Ecke Teams aus anderen Sportarten und eine der tollsten Städte der Welt kennenlernen können, eine Stadt mit so viel Geschichte. Es ist nicht selbstverständlich, so etwas im jungen Alter zu erleben. Und dann muss ich gerade an die sensationellen Regenjacken denken, die es am Anfang meiner Zeit bei Jugend trainiert für Olympia gab (lacht)…

…die Sie mit Stolz getragen haben.

Groetzki: Ja, das stimmt.

Auch das Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe ist in diesem Jahr 50 geworden. Sie waren bei den Feierlichkeiten vor Ort. Warum ist das OHG eine gute Schule für JtfO?

Groetzki: Zu meiner Zeit war die Förderung noch nicht so ausgeprägt wie heute. Wobei auch wir schon gut unterstützt worden sind, mehr Sportunterricht hatten und den Stoff am Nachmittag individuell nachholen konnten. Mittlerweile ist das OHG zu Recht Eliteschule des Sports. Dort ist eine sehr professionelle Struktur entstanden, alle Lehrer wissen Bescheid, wenn ein Schüler für den Sport unterwegs ist. Der Jahrgang vor uns und wir waren so eine Art Startschuss, weil viele Kaderathleten dabei waren. Danach sind die Strukturen gewachsen – und das OHG ist heute einfach eine tolle Schule und definitiv ein guter Standort für Leistungssportler sowie für Jugend trainiert für Olympia. Es ist ein Riesenvorteil, wenn die Schule mit den Sportlern zusammenarbeitet und sie zum Beispiel bei den Lehrgängen mit den Jugendnationalteams unterstützt. Diese Rückendeckung ist entscheidend und nicht selbstverständlich.

Für Sie war es bestimmt auch selbstverständlich, die Patenschaft für die Handball-Wettbewerbe bei Jugend trainiert für Olympia zu übernehmen. Können Sie in dieser Funktion auch zur JtfO-Jubiläumsfeier kommen?

Groetzki: Ich wäre natürlich gerne dabei, kann das aber jetzt noch nicht sagen. Das hängt davon ab, ob das logistisch mit dem Trainingsplan vereinbar ist.

Ein halbes Jahrhundert JtfO – was wünschen Sie zum Jubiläum?

Groetzki: Ich wünsche, dass es keine Diskussionen mehr darüber gibt, ob solche Wettbewerbe weiterbestehen sollten. Ich wünsche vielmehr, dass alle Kinder und Jugendlichen weiterhin ganz viel Spaß haben, sportlich besser werden und solche tollen Erlebnisse wie bei Jugend trainiert für Olympia weiterhin möglich gemacht werden.

Was geben Sie den Mädels und Jungs mit auf den Weg für Ihre Jugend trainiert für Olympia-Wettkämpfe?

Groetzki: Dass sie die Wettkämpfe und das Drumherum genießen sollen und dass Jugend trainiert für Olympia auch eine tolle Möglichkeit bietet, mit den eigentlichen Konkurrenten auf der lokalen Ebene mal zusammenzuspielen. Es ist etwas Tolles und Privilegiertes, dass es solch einen Wettbewerb gibt und man dabei mitmachen darf. Das ist ein Riesenansporn, und man sollte das Jahr für Jahr wertschätzen.

Schlüpfen Sie zum Abschluss bitte noch in die Rolle eines PRlers. Welche drei Aspekte würde Ihr Werbespot über Jugend trainiert für Olympia enthalten?

Groetzki: Auf jeden Fall strahlende Augen von Kindern und Jugendlichen, die ihren Sport an der Schule ausüben können. Zumal es in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist, dass sich viele Kinder sportlich betätigen. Außerdem sollen die Lehrerinnen und Lehrer sowie alle weiteren Helfer, die das Bundesfinale und die Wettkämpfe auf Landesebene organisieren, vorkommen. Sie arbeiten dafür zusätzlich und erhalten dafür meist kein Geld. Das ist ein Aspekt, den man als Schüler gar nicht so richtig wahrnimmt. Aber im Nachhinein bin ich immer noch beeindruckt, wie viel Unterstützung man von Lehrern und Ehrenamtlichen bei Jugend trainiert für Olympia erhält. Das waren jetzt nur zwei Aspekte…

…aber zwei gute. Insofern hätten Sie beim PR-Vorstellungsgespräch gute Karten.

Groetzki: (lacht) Okay, danke.

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