Weltfrauentag
  • 08.03.2019

3 Fragen 3 Antworten mit der Ministerin. Diesmal: Weltfrauentag

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann zum Weltfrauentag 2019

Zum Weltfrauentag 2019 haben wir Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann drei Fragen zur Rolle von Frauen und Mädchen in Politik und im Bildungssystem gestellt.  

Frau Eisenmann, der SWR hat mal geurteilt, Sie seien der einzige Mann im Kabinett. Ehrt oder ärgert Sie das?

Eisenmann: Das stimmt nicht, denn es gibt vier Männer: Kretschmann, Hermann, Sitzmann und Eisenmann. Aber Spaß beiseite. Wobei die Aussage auf einem Klischee beruht. Frauen können genauso schlagfertig und durchsetzungsstark sein wie Männer. Als Frau war und bin ich vielleicht mit mehr Vorbehalten konfrontiert, die eine oder andere spitze Bemerkung inklusive. Aber es gilt: Wer Fachlichkeit beweist und offen auf Leute zugeht, der hat es einfacher. Und auch männliche Führungskräfte wissen: Emotionale Intelligenz gehört zu einem guten Führungsstil dazu. Und damit Führung gleichberechtigt gelingen kann, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf das einschlägige Stichwort.

Der Lehrerberuf ist insgesamt in Frauenhand…

Eisenmann: …was vor dem Hintergrund des Weltfrauentags als positiv gewertet werden kann, schließlich ist die Funktion der Lehrkräfte eine äußerst bedeutende im Entwicklungsprozess der Kinder. Andererseits missfällt mir das Geschlechterverhältnis, vor allem an den Grundschulen. Daher setzen wir bereits in den Schulen an und ermutigen die Jungs, Berufe für Soziales und in der Pädagogik anzustreben. Das Kultusministerium unterstützt zudem Aktionstage wie den Boys’ Day, an dem Jungen Berufe kennenlernen sollen, die mehrheitlich Frauen ausüben.

Für internationales Aufsehen in Sachen Klima sorgt derzeit ebenfalls eine Frau, was auch die Bildung betrifft. Denn die Schwedin Greta Thunberg führt die Protestaktion „Fridays For Future“ von Schülerinnen und Schülern an, die regelmäßig die Schule schwänzen, um sich Gehör zu verschaffen. Eine starke Frau, oder?

Eisenmann: Es ist beeindruckend, dass ein junger Mensch generell - und vor dem Hintergrund des Weltfrauentags ein Mädchen im Besonderen - vorangeht. Es ist auch gut, dass sich die Jugend für die Zukunft einsetzt und für unseren Planeten kämpft. Sein Zustand ist schließlich die Grundlage von allem. Dass ich als Kultusministerin über das Schwänzen nicht erfreut bin, dürfte nicht überraschen, aber wir müssen das Bewusstsein der Schüler für den Klimaschutz ernst nehmen. Daher ist es sinnvoll, das Thema von der Straße in die Klassenzimmer zu holen. Die Schülerinnen und Schüler könnten sich beispielsweise im Unterricht überlegen, mit welchen außerschulischen Protestformen sie ihr berechtigtes Anliegen sinnvoll und medienwirksam untermauern können. Und auch Unterrichtseinheiten, Projekttage oder AGs könnten sich dem Thema Klimawandel widmen.

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