Integration
  • 12.07.2018

Interkulturelle Begegnung mit geflüchteten Jugendlichen: Beste Schülerprojekte an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg ausgezeichnet

Im Rahmen des Projekts „World LAB – Interkulturelles Werteprojekt an beruflichen Schulen“ wurden heute (12. Juli) in der L-Bank in Stuttgart die zwei besten Schülerprojekte des vergangenen Schuljahres mit einem Geldpreis ausgezeichnet. Im World LAB entwickeln geflüchtete Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Jugendlichen aus Regelklassen Ideen, um die interkulturelle Begegnung im Schulalltag zu fördern.

Die Schülerinnen und Schüler der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen überzeugten durch Kreativität und handwerkliches Geschick bei der Herstellung und Gestaltung von Longboards. Die Wilhelm-Röpke-Schule in Ettlingen wurde für die Konstruktion und Bepflanzung von Hochbeeten und ihren Beitrag zum Schutz und Erhalt des Lebensraums von Bienen ausgezeichnet.

Das Projekt World LAB ist eine Kooperation der Stiftung Weltethos und des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und wird von der Robert Bosch Stiftung GmbH und der Engagement Global gGmbH gefördert.

Seit dem Schuljahr 2016/17 wird an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg das World LAB durchgeführt. Es handelt sich um eine strukturierte und abwechslungsreiche Workshopserie im Großgruppenformat, in der sich Schülerinnen und Schüler aus Klassen mit geflüchteten Jugendlichen und aus Regelklassen (beispielsweise Berufskolleg oder Berufsfachschule) begegnen, Werte des Miteinanders erarbeiten und diese in berufsbezogenen Projekten konkret anwenden.

Der Austausch der Schülerinnen und Schüler wird durch eine spezielle Übungssammlung vertieft, die außerhalb der Workshops im Unterricht angewendet werden kann. Das World LAB ist auf mehrere Monate angelegt und schließt mit einem Abschlussworkshop und der Prämierung der besten Schülerprojekte am Ende des Schuljahres ab.

Ziel des World LAB ist die Vertiefung der Demokratiefähigkeit, der interkulturellen Kompetenz und der Schaffung einer gemeinsamen Basis für ein friedliches und konstruktives Miteinander. In den Schuljahren 2016/2017 sowie 2017/2018 wurde das Konzept entwickelt und als Pilot an 11 beruflichen Schulen in Baden-Württemberg durchgeführt. In diesem Zeitraum durchliefen 460 Schüler/-innen sowie über 40 Lehrkräfte das Programm. Unter den Teilnehmenden waren Menschen aus 34 Nationen mit 47 Sprachen vertreten.

Das Projekt wird von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen. Viele sind von den Gemeinsamkeiten und der guten Zusammenarbeit überrascht. Aussagen wie „ Die Wand zwischen uns ist weg!“ (Schülerin einer Berufskollegsklasse), „Ich hätte nicht gedacht, dass wir gemeinsame Werte finden können“ (Schüler eines Vorqualifizierungsjahres Arbeit / Beruf) und „Ich bin seit zwei Jahren in Deutschland und sitze zum ersten Mal mit Deutschen in meinem Alter zusammen“ (Schüler einer VABO-Klasse aus Afghanistan) bestätigen allen Beteiligten, auf dem richtigen Weg zu sein.

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