Schul- und Qualitätsentwicklung

Ziel-Leistungsvereinbarungen zwischen Schulen und Schulverwaltung


Im Bildungssystem Baden-Württembergs sollen künftig, stärker als bisher, Daten zur Steuerung von Schulen im Rahmen von Ziel-Leistungsvereinbarungen zwischen Schulen und Schulaufsicht herangezogen werden. Die Schulaufsicht wird so in Ihren Aufgaben gestärkt.

Schulen müssen flexibel auf sich verändernde gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagieren. Dazu wurde in den vergangenen Jahren der Handlungsspielraum der Schulen erweitert und ihre Eigenständigkeit gestärkt. Beispiele sind die Einführung von Bildungsstandards und Lernfeldern, die Flexibilisierung des Organisationserlasses und die schulbezogene Stellenausschreibung.

Eigenständigkeit bedingt im Licht eines staatlich verantworteten öffentlichen Schulwesens differenzierte Formen der Überprüfung und Bewertung der Qualität von Schule und Unterricht. Der Frage der Evaluation von Schule und Unterricht kommt daher eine gewichtige Bedeutung zu. Mit der Schulgesetzänderung vom Februar 2019 sind die Schulen zur systematischen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung durch Evaluationen verpflichtet. Die Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen Schulaufsichtsbehörden und Schulen greifen die Ergebnisse der Evaluationen auf.

In diesem Kontext sind Ziel-Leistungsvereinbarungen ein zentrales Instrument des Zusammenwirkens und der Kommunikation zwischen den Schulen und der Schulverwaltung: Beide Seiten bringen ihre jeweiligen Vorstellungen über die künftige Entwicklung der Schule in die Gespräche ein. Im Prozess der Ziel-Leistungsvereinbarung wird Einvernehmen über gemeinsam zu verfolgende Ziele erreicht.

Dabei werden die Entwicklungsimpulse der Schule mit den gesetzlichen und bildungspolitischen Rahmenvorgaben abgeglichen. Zugleich kann hier geklärt werden, welche Ressourcen und Unterstützungsleistungen zur Zielerreichung erforderlich sind und wie diese eingesetzt werden. Das Ergebnis wird in der Ziel-Leistungsvereinbarung schriftlich festgehalten. Die Maßnahmen zur Zielerreichung werden von der Schule eigenverantwortlich und anhand von Daten nachvollziehbar umgesetzt. Die Ziel-Leistungsvereinbarung unterstützt die Erstverantwortung der Schule für ihren pädagogischen Prozess und zugleich die Schulverwaltung in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Sie wird Impulsgeber für Gestaltungsprozesse vor Ort und dokumentiert zugleich deren Ergebnisse. Die Entwicklung der Einzelschule erhält einen formalen und transparenten Rahmen, der eine Fokussierung auf das Wesentliche und eine systematische Überprüfung der Zielerreichung erlaubt. Als verbindliche Absprache für einen festgelegten Zeitraum trägt die Ziel-Leistungsvereinbarung zur Verstetigung, Systematisierung und damit Professionalisierung der Entwicklungsprozesse bei.

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