Grundschule

Schulanfang


Der Schulanfang ist ein Familienereignis: Für alle Familienmitglieder beginnt eine neue Lebensphase. Hoffnungen und Erwartungen, aber auch Sorge und Wehmut begleiten den ersten Schultag. Optimale Startbedingungen für das Kind beim Schulbeginn zu schaffen, dazu sind alle Verantwortlichen verpflichtet, weil dies eine sensible Zeit in der kindlichen Biografie ist.

Wann sollen Kinder in die Schule gehen?

Ob ein Kind „schulfähig“ ist, hängt aber nicht allein vom Entwicklungsstand des Kindes und seinen geistigen und sozialen Fähigkeiten ab, sondern ebenso von der Schule.

Drei Fragen sind es, die mit dem Schulanfang bildungspolitisch verbunden sind:

  • die Frage nach dem individuell richtigen Einschulungszeitpunkt;
  • die Frage nach der pädagogischen und didaktisch-methodischen Weiterentwicklung des Unterrichts und
  • die Frage nach strukturellen Änderungen und Flexibilisierungen.

Das baden-württembergische Schulgesetz lässt bereits seit dreißig Jahren eine Einschulung noch nicht schulpflichtiger Kinder – ohne Altersbegrenzung – zu. Um noch mehr Flexibilität zu erreichen, wurden 1997 in Baden-Württemberg das Schulgesetz und 1998 die Grundschulversetzungsordnung geändert:

  • die Antragsstellung für eine vorzeitige Einschulung wurde erleichtert;
  • es besteht die Möglichkeit der Direkteinschulung in Klasse 2;
  • das Überspringen einer Klasse wird flexibel gehandhabt.

Stichtagsverlegung

Der Einschulungsstichtag soll vom 30. September eines Jahres auf den 30. Juni eines Jahres vorverlegt werden. Die Verlegung soll in drei Schritten stattfinden, sodass der Stichtag in den kommenden drei Schuljahren um jeweils einen Monat vorgezogen wird. Zum kommenden Schuljahr 2020/21 soll der Stichtag zur Einschulung somit der 31. August sein. Hierfür muss das Schulgesetz geändert werden, in dem der Einschulungsstichtag geregelt ist. Das Kultusministerium wird einen Vorschlag zur Schulgesetzänderung vorlegen, so dass das Anliegen in einer zeitlich praktikablen Vorgehensweise umgesetzt werden kann. Die abschließende Entscheidung über die zukünftige Regelung liegt beim Landtag. Weitere Informationen und Antworten auf die häufigsten Fragen finden Sie auf der Seite zur Vorverlegung des Einschulungsstichtags.

Stichtagsflexibilisierung

Im Rahmen der Stichtagsflexibilisierung können die Eltern die Schulpflicht selbst auslösen. Über die Einschulung entscheiden die Schulleiterinnen und Schulleiter. Entsprechend der Vorverlegung des Stichtags würde auch der Einschulungskorridor für sogenannte „Kann-Kinder“ nach vorne verlegt werden.

Kinder heute unterscheiden sich in ihren Lebenslagen erheblich stärker als früher. Der Schuleintritt ist eine sensible Angelegenheit, deshalb muss die Frage nach dem richtigen Einschulungszeitpunkt gemeinsam mit denen beantwortet werden, die mit dem Kind zu tun haben. Letztlich kommt es aber darauf an, wie die Schule den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird. Eine flexible Einschulungspraxis, verbunden mit einem optimierten Anfangsunterricht, ist eine wichtige Voraussetzung dafür und ein zentrales Element einer zukunftsfähigen Grundschule.

Fußleiste