Kulturelle Angelegenheiten

Der Beitrag der Musik zur Bildung


Der unersetzbare Beitrag des Faches Musik zur Bildung besteht darin, den Schülerinnen und Schülern sowohl kreative Gestaltungsmöglichkeiten, emotionales Erleben und künstlerische Erfahrungen mit Musik zu ermöglichen als auch Musik-Verstehen und rationale Argumentation zu vermitteln.

Aufgabe der schulischen Musikerziehung ist es daher, allen Kindern und Jugendlichen Zugang und Freude am aktiven Musizieren zu schenken, die historisch gewachsenen Musiktraditionen des Landes und der Heimat zu verstehen und zu übernehmen, die verschiedenen Formen und Gattungen von Musik kennen zu lernen, musikalisches Urteil und Geschmack zu bilden, Phantasie und Gestaltungsmöglichkeiten beim Musizieren zu fördern und zu einer Aufgeschlossenheit für alle neuen und künftigen Formen von Musik zu führen.

In Baden-Württemberg sind rund 1,6 Millionen Menschen, das entspricht 17,2 Prozent der Bevölkerung, aktiv in Musikvereinen engagiert, lernen ein Instrument, sind in Musikberufen tätig oder nehmen in anderer Weise ausübend oder fördernd am Musikleben teil. Drei Millionen Menschen, etwa ein Drittel der Bevölkerung, haben die Musik zu einem festen Bestandteil ihres Lebens gemacht und besuchen regelmäßig Konzerte, Opernaufführungen, Sinfoniekonzerte, Volksmusik, Jazz-, Pop-, Rockveranstaltungen oder geistliche Konzerte. Knapp 30.000 Beschäftigte leben in Baden-Württemberg vom Arbeitsmarkt Musik.

Musikschulen

Musikschulen sind dem Kultusministerium wertvolle Partner im Bereich der musikalischen Bildung. Dies zeigt sich in besonderer Weise an der sehr großen Zahl von Kooperationen zwischen allgemein bildenden Schulen und Musikschulen. Im Februar 2015 wurde zwischen dem Land und dem Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs e.V. eine Kooperationsvereinbarung über die Bildungsarbeit der öffentlichen Musikschulen an Ganztagsschulen geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist, die Arbeit der Musikschulen und die Ganztagsschule noch enger zu verknüpfen.

Das Jugendbildungsgesetz sichert den Musikschulen eine Mindestförderung in Höhe von 10 Prozent der Aufwendungen für das in der musikalischen Jugendbildung tätige pädagogische Personal. Zusätzlich wird ein Landeszuschuss für den laufenden Betrieb der Geschäftsstelle des Landesverbandes der Musikschulen, die Fortbildung der Musikschullehrkräfte sowie für den Betrieb der Musikschulakademie Schloss Kapfenburg gewährt.

Im Jahr 2018 nahmen fast 320.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ca. 335.000 Unterrichtsbelegungen an einem oder mehreren Bildungsangeboten der insgesamt 241 vom Land geförderten öffentlichen Musikschulen teil. Insgesamt waren 2018 an diesen Musikschulen 8434 Lehrkräfte mit 112.943,50 Jahreswochenstunden tätig. Mit einem Jahresumsatz von 239.8 Mio. Euro stellen die Musikschulen eindrücklich unter Beweis, dass sie im Lande nicht nur kulturpolitisch, sondern auch als Wirtschaftsfaktor eine nachhaltige Bedeutung haben. Besonders hervorzuheben ist das sehr große private Engagement, das mit einem Gebührenanteil der Eltern an der Finanzierung von rund 48,5 Prozent zu Buche schlägt. Die Kommunen (einschließlich Landkreise) haben rund 38,1 Prozent der Kosten getragen, auf den Landesjugendplan entfielen im Jahr 2018 insgesamt rund 7,9 Prozent der Gesamtkosten. Zuschüsse aus anderen Förderprogrammen des Landes, des Bundes und von Stiftungen haben 2,47 Prozent der Kosten gedeckt. Der Rest (3,03 Prozent) wurde über Spenden und Sponsoring erbracht.

Die Förderung der Musikschulen ist durch das Jugendbildungsgesetz garantiert. Die Bewilligung erfolgt im Wege der öffentlichen Beleihung durch den

Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs e.V. 

und das Regierungspräsidium Stuttgart.

Schulmusik

IIn den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport gehören die Belange der Schulmusik aller Schularten und alle Kooperationen im Bereich der Bildung mit der Amateur- und Kirchenmusik, dem SWR, den Opernhäusern und professionellen Klangkörpern und Musikveranstaltern. Außerdem ist das Kultusministerium Mitveranstalter des in regelmäßigen Abständen stattfindenden Landeskongresses der Musikpädagogik in Baden-Württemberg.

Die Administration des öffentlichen Schulwesens ist in hohem Maße den Regierungspräsidien in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen übertragen. Sie beraten Schulen aller Schularten in allen schulmusikalischen Angelegenheiten. An den Staatlichen Schulämtern übernehmen diese Aufgaben die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Musik. Ihnen zugeordnet sind musikpädagogische Beraterteams für den Fortbildungsbereich im Fach Musik und Organisationsteams für die Durchführung von schulartübergreifenden Begegnungskonzerten.

Die Außenstelle Ludwigsburg des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung organisiert zusammen mit den Landesarbeitsgemeinschaften Schulchor, Schulorchester, Schuljazz, Schultanz und Rock/Pop landesweite schulmusikalische Großveranstaltungen. 

Zentrale Fortbildungsakademie und Kompetenzzentrum für den Bereich der Schulmusik ist die in Ochsenhausen angesiedelte Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg.

Weiterführende Links
 
schulmusik-online.de

Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg

Fachportal für Musik auf dem Landesbildungsserver

Fachseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe

Fachseite des Regierungspräsidiums Freiburg

Fachseite des Regierungspräsidiums Stuttgart

Fachseite des Regierungspräsidiums Tübingen

Lotto-Musiktheaterpreis für Kinder- und Jugendmusiktheater

Das Konzept

Der Lotto-Musiktheaterpreis ist ein landesweiter Wettbewerb für Kinder- und Jugendmusiktheater in Baden-Württemberg. Ausgelobt wird der Wettbewerb vom Landesverband der Musikschulen Baden-Württemberg e.V. und der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, die sich seit langem für die Förderung des Kinder- und Jugendmusiktheaters in Baden-Württemberg engagiert. Weiterer Partner ist das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg.  

Die Intentionen

Ziel des bundesweit Wettbewerbs ist es, besondere Leistungen im Bereich des Musiktheaters mit Kindern und Jugendlichen auszuzeichnen und vor allem die Entwicklung des Kinder- und Jugendmusiktheaters im Land nachhaltig zu fördern – und das Musiktheater als wichtiges Element der Kinder- und Jugendkulturarbeit zu etablieren.

„Singen–Bewegen–Sprechen“

Das Landesförderprogramm „Singen–Bewegen–Sprechen“ lief zum 31. Juli 2012 aus. „Singen–Bewegen–Sprechen“ ist seit dem Kindergartenjahr 2012/2013 in die Sprachförderung SPATZ des Landes Baden-Württemberg integriert.

Weiterführende Links

kindergaerten-bw.de

Jazz-Begegnungen

Die LAG Jazz koordiniert seit 1988 im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg die Schuljazzarbeit an den Schulen Baden-Württembergs mit den folgenden Schwerpunkten:

  • Schuljazzbegegnungen in Baden-Württemberg
  • Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer rund um den Schwerpunkt Schuljazz
  • Kooperation mit der SWR-Bigband

Die Jazz-Begegnungen

Jazz-Begegnung Breisach

Seit 1987 ist Breisach am Rhein Veranstaltungsort der Jazz-Begegnung der Schulen Baden-Württembergs. Die Jazz-Begegnung hat sich zu einem traditionellen und beliebten Event im kulturellen Leben Breisachs entwickelt. Musik hat schon immer Menschen über alle Grenzen hinweg verbunden, sie kann zur Basis neuer Freundschaften werden, gerade auch durch das gemeinsame Lernen, Proben, Konzertieren und Präsentieren.

In diesem Jahr mit dabei:

Bigband II des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe

MPG Bigbanddes Max-Plank-Gymnasiums Lahr

Rock AG der Realschule Sankt Georgen

Das GTO Jazz-Symposium

Entstanden aus Begegnungskonzerten mit Schulbigbands aus Nordbaden und Nordwürttemberg, hat sich das alljährliche Treffen schnell weiterentwickelt, dank ausreichender finanzieller Unterstützung aus dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport.
Der inzwischen musikalisch und pädagogisch sehr erfolgreiche Tag - immer am vorletzten Schulsamstag vor den Herbstferien - beginnt mit der Probe einer Auftragskomposition für mehrere Bands, geschrieben von einem jungen Nachwuchsjazzmusiker. Verschiedene Workshops am Nachmittag bieten die Chance, in einer Combo, einem Gesangsworkshop oder einem Improvisationskurs neue Ideen zu sammeln.

Die Mehrzahl der jungen Workshopleiter waren oder sind fast immer Mitglieder des Bundesjazzorchesters (BuJazzO) - eine einmalige Chance für die Musikerinnen und Musiker der Schulbands, die Spitze des nationalen Nachwuchsjazzes kennenzulernen.
Beim Abschlusskonzert im Rahmen der „Begegnungen der Schulmusik“ stellen sich alle beteiligten Bands mit einem kurzen Programm vor, bevor am Ende die Auftragskomposition von allen Bands uraufgeführt wird.

Ganztagsgymnasium Osterburken
Hemsbacher Straße 24
74706 Osterburken

Das Schülerjazzfestival Stuttgart kann als mehrfache Jazz-Begegnung im besten Sinne verstanden werden:

  • die Begegnung von Schülern verschiedener Schulen und Schularten untereinander;
  • die Begegnung von Schülern mit praktizierenden professionellen Jazzmusikern;
  • die „Begegnung“ mit der professionellen Umgebung der Musikhochschule und dem abendlichen Konzertauftritt im großen Konzertsaal vor Publikum.

Wirkung

Damit bietet das Treffen in der Musikhochschule in Stuttgart den Schülerinnen und Schülern vieles, was ihnen der Schulalltag nicht bieten kann. Die Arbeit mit Dozenten öffnet neue musikalische Horizonte und ermöglicht das Sammeln neuer Erfahrungen, und das gemeinsame Miteinander in den Workshops stärkt die Teamfähigkeit und somit die soziale Kompetenz. Die Spannung und die Nervosität vor dem gemeinsamen Abschlusskonzert, vor der Präsentation der eigenen Fähigkeiten vor den anderen Teilnehmern ist ein wichtiger Prozess bei der Entwicklung der Persönlichkeit und individuellen Kreativität. Das Zusammentreffen mit anderen Jugendlichen, die ähnliche Interessen haben, bietet die Chance zum Austausch und zum Knüpfen von Kontakten. Und nicht zuletzt gibt der Besuch der Musikhochschule als Veranstaltungsort Einblicke in die Welt der professionellen Musikausbildung, genauso wie die Arbeit mit den dort arbeitenden Workshopleitern.

Die Begeisterung des Publikums bei den Abschlusskonzerten, der spontane Applaus nach einem gelungenen Solo, ist für die jungen Musiker eine wichtige Rückmeldung und Bestätigung. Hier gewinnen sie das Selbstvertrauen und das Zutrauen in die eigenen Leistungen, das sie anderswo manchmal nur schwer erringen können.

Aber auch die Schulbands und die Lehrer profitieren langfristig von der Wirkung des Schülerjazzfestivals, da die Begeisterung für den Jazz und die Freude am Spielen des eigenen Instruments stark gefördert werden, was tief anhaltend in die tägliche AG-Arbeit an den Schulen hineinwirkt. Darüber hinaus ist das Festival ein Ereignis, an das sich die Jugendlichen lang zurück erinnern.

Thema

Das Festival stellt jedes Jahr einen Jazzmusiker oder Komponisten in den Mittelpunkt.

Ablauf

An zwei Tagen reisen jeweils 4 –5 verschiedene SchulJazzensembles morgens nach Stuttgart an die Musikhochschule, wo das Festival ausgetragen wird. Hier werden sie während des Tages von professionellen Jazzmusikern - die meisten davon Professoren oder Lehrbeauftragte der Musikhochschule - in Workshops betreut. Die Workshopbands werden aus allen teilnehmenden Bands neu zusammengestellt, spielen also in völlig neuen und ungewohnten Besetzungen. In diesen Workshopbands lernen sie Ensemblespiel, Jazzphrasierung und Improvisation. Im abschließenden Konzert am Abend präsentieren die Workshopbands die Arbeit des Tages und die Schulbands Teile ihres eigenen Programms. Das Schülerjazzfestival versteht sich dabei nicht als Wettkampf, sondern als Miteinander. Nicht die Frage, welche Band die Beste des Abends ist, steht im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Gestalten eines Konzerts. Zudem werden in regelmäßigen Abständen auch professionelle Bigbands zum Konzert dazu geladen, um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam mit einer Profiband auf der Bühne zu stehen und hautnah die „live performance“ mitzuerleben.

Rückblick

In den nunmehr 21 Jahren seines Bestehens haben insgesamt 155 Jazzbands und 15 Jazzchöre am Schülerjazzfestival teilgenommen. Beteiligt waren dabei ungefähr 3.000 Schülerinnen und Schüler. Diese kamen von über 100 verschiedenen Schulen aus ganz Baden-Württemberg. Damit kann man das Schülerjazzfestival als eine anhaltende Erfolgsgeschichte beschreiben, die trotz ständig sich veränderter Schullandschaft hoffentlich noch lange anhält.

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