Flüchtlingsintegration

Bildungsangebote für junge Flüchtlinge

  • Nach der Ankunft in Deutschland werden im Registrierungszentrum die Daten über die Bildungsbiographie der Kinder und Jugendlichen erfasst und in eine Datenbank eingespeist.

  • Über die Datenbank können Schulverwaltung und Schulleitungen die Informationen abrufen, um die Verteilung und Aufnahme der Kinder und Jugendlichen besser planen und steuern zu können.

  • In Kitas können Flüchtlingskinder unter 6 Jahren ankommen.

  • Geflüchtete Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre werden in Vorbereitungsklassen an allgemein bildenden Schulen unterrichtet, bevor sie in Regelklassen übergehen.

  • Schülerinnen und Schüler ab dem 16. Lebensjahr werden in Vorbereitungsklassen an beruflichen Schulen (VABO) unterrichtet.

  • Die neu entwickelte "Potenzialanalyse für Flüchtlinge" zielt darauf ab, die jungen Flüchtlinge besser individuell fördern und ihren weiteren Bildungsweg möglichst passgenau planen zu können.

  • Nach nach dem Erlernen der deutschen Sprache können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine duale Ausbildung beginnen oder eine berufliche Vollzeitschule besuchen.


Gute Bildungsangebote für junge Flüchtlinge sind entscheidend, damit sie sich möglichst rasch integrieren und einen guten Platz in unserer Gesellschaft finden können - sei es in der Kita, in der Schule oder im beruflichen Bereich. Neben dem Spracherwerb kommt es vor allem darauf an, für die Kinder und Jugendlichen schnell den passgenauen Bildungsweg zu identifizieren, mit dem sie an ihre bisherige Bildungsbiografie anschließen können. Dazu hat das Kultusministerium ein mehrstufiges Konzept entwickelt und umfassende Ressourcen bereitgestellt:

1. Schritt: Bildungsbiografische Ersterfassung

Bei der Ankunft im Registrierungszentrum in Heidelberg werden von jungen Flüchtlingen im Alter bis zu 20 Jahren Daten mit Relevanz für den künftigen Schulbesuch erfasst - darunter beispielsweise Informationen zu Sprachkenntnissen, zur Schreibfähigkeit, zur schulischen Vorbildung oder auch zu körperlichen Einschränkungen. Über eine Datenbank können Schulverwaltung und Schulleitungen diese Daten abrufen, um die Verteilung und Aufnahme der Kinder und Jugendlichen besser planen und steuern zu können.

2. Schritt: Unterricht in Vorbereitungsklassen

An den Schulen erhalten die jungen Menschen zunächst in so genannten Vorbereitungsklassen (bzw. VABO-Klassen an beruflichen Schulen) eine intensive Sprachförderung und werden auf den Wechsel in eine reguläre Klasse vorbereitet. Über 1.160 zusätzliche Lehrerstellen stehen für die Arbeit in den Vorbereitungsklassen aktuell zur Verfügung, und auch die Fortbildungsangebote wurden massiv erweitert: Seit 2011 wurden u.a. im Sprachförderbereich 160 Lehrerinnen und Lehrer als Multiplikatoren ausgebildet, für 2016 ist die Qualifizierung von 60 weiteren Multiplikatoren vorgesehen. Auch die Schulpsychologischen Beratungsstellen bieten verstärkt Fortbildung und themenspezifische Supervisionsgruppen für Lehrkräfte zum Umgang mit belasteten Kindern in der Schule an: Die Zahl der Fortbildungsplätze wurde bereits von 1.200 im Schuljahr 2014/2015 auf über 2.000 im Schuljahr 2015/2016 erhöht und wird weiter bedarfsgerecht ausgebaut. Auch Erzieherinnen und Erzieher erhalten bei der Integration der Flüchtlingskinder im Kita-Bereich verschiedene Unterstützungsangebote - beispielsweise in Form von zusätzlichen Supervisions- und Coaching-Kursen.

3. Schritt: Potenzialanalyse / Integration in eine Regelklasse

Die neu entwickelte "Potenzialanalyse für Flüchtlinge", die seit Mitte Februar in 20 Vorbereitungsklassen im Land erprobt wird, zielt darauf ab, die jungen Flüchtlingen besser individuell fördern und ihren weiteren Bildungsweg möglichst passgenau planen zu können. In fünf aufeinander aufbauenden Modulen werden verschiedene Kompetenzen, Fähigkeiten oder auch Interessen der Schülerinnen und Schüler ermittelt, die für ihren weiteren Bildungsweg von Bedeutung sind, darunter grundlegende Kompetenzen wie etwa die Merkfähigkeit, schlussfolgerndes Denken oder die Problemlösungsfähigkeit. Die ersten Module sind sprachfrei und ohne kulturelle Barrieren konzipiert, weitere Module zielen auf fachspezifische Kompetenzen in einzelnen Fächern ab oder erfassen Interessen und Begabungen im Hinblick auf einen späteren Beruf. Mit der Potenzialanalyse übernimmt Baden-Württemberg ebenfalls eine bundesweite Vorreiterrolle - die Entwicklung der Tests wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit zwei Millionen Euro gefördert.

Weiterführenden Links

Übersicht der Förderprogramme und Maßnahmen in Baden-Württemberg

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