02.04.2014

Kultusministerium schließt Rahmenvereinbarung zur Ganztagsschule mit Landessportverband

Kultusminister Andreas Stoch: „Sport ist ein wichtiger Bestandteil der Ganztagsschule. Ich freue mich deshalb, dass wir eine Rahmenvereinbarung mit dem Landessportverband geschlossen haben, damit Ganztagsschulen ihr Angebot mithilfe der örtlichen Sportvereine erweitern können.“

Kultusminister Andreas Stoch und Dieter Schmidt-Volkmar, Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV), haben eine Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen dem Land und dem LSV unterzeichnet, mit dem zusätzliche Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote in den Ganztagsschulen geschaffen werden sollen. „Sport ist ein wichtiger Bestandteil der Ganztagesschule. Ich freue mich deshalb, dass wir eine Rahmenvereinbarung mit dem Landessportverband geschlossen haben, damit Ganztagsschulen ihr Angebot mithilfe der örtlichen Sportvereine erweitern können, um Kinder und Jugendliche für Sport und Bewegung zu begeistern“, erklärte Kultusminister Andreas Stoch. LSV-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar sagte: „Es ist begrüßenswert und zukunftsweisend, dass diese Rahmenvereinbarung mit den entsprechenden Ausführungshinweisen zustande gekommen ist und der organisierte Sport systematisch in die Ganztagsbetreuung und damit in sportliche Angebote an Schulen eingebunden wird. Neben dem von Lehrkräften erteilten pflichtgemäßen Schulsportunterricht werden von unseren Sportvereinen durchgeführte Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote im Ganztag eine große Rolle spielen. Die sportfachliche Kompetenz, die unsere Sportvereine und -verbände mitbringen, kommt den Kindern und Jugendlichen im Land zugute. Wir kommen damit dem Ziel einer täglichen Bewegungszeit in den Schulen für die Schülerinnen und Schüler einen großen Schritt näher. Diese Rahmenvereinbarung mit den Ausführungshinweisen ermöglicht eine intensive Kooperation zwischen Schulen und Vereinen. Hieraus entsteht eine echte Win-win-Situation für beide Seiten!“

Diese Rahmenvereinbarung mit dem LSV soll bis zum Sommer eine weitere Erklärung unter anderem mit den Dachorganisationen aus den Bereichen von Kunst und Kultur, den Kirchen sowie der Jugendarbeit und -hilfe als außerschulischen Partnern folgen. „Wir verbessern mit diesen Vereinbarungen nicht nur die Bedingungen für Ganztagsschulen, wir machen es den örtlichen Vereinen so auch möglich, Nachwuchskräfte etwa für Sport oder Musik zu finden und zu fördern“, erklärte Stoch.

Die Vereinbarung legt fest, dass die örtlichen Sportvereine bei den Themen Sport und Bewegung die ersten Ansprechpartner sein sollen, sofern Ganztagsschulen bei Projekten außerhalb des regulären Sportunterrichts mit außerschulischen Partnern zusammenarbeiten möchten. Die Vereine übernehmen Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote an den Ganztagsschulen und sorgen so für ihren weiteren Ausbau. Der Sport sei ein unersetzlicher Faktor für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie ein bedeutsames Rhythmisierungs- und Bildungselement einer Ganztagsschule, erklärte Stoch.

Um das hohe Niveau des Sport- und Bewegungsangebots an den Schulen zu gewährleisten, ist dem Kultusminister die fachliche und pädagogische Qualität dieser Angebote besonders wichtig. Die Vereinbarung legt fest, dass Inhaber der 1. Lizenzstufe der staatlich anerkannten Übungsleiterausbildung oder einer vergleichbaren Qualifikation als Sportfachkräfte an den Schulen eingesetzt werden sollen. Die Schulen profitieren so von der ausgewiesenen hohen Qualität der staatlich anerkannten Aus- und Fortbildung von Übungsleitern. Alternativ ist auch der Einsatz von Sportfachkräften mit langjähriger Praxiserfahrung möglich. Um sie zu schulen, bieten Landessportverband und Kultusministerium bereits ab dem Schuljahr 2014/2015 Aus- und Fortbildungsmodule für Übungsleiter an. Darin werden speziell auf den schulischen Einsatz ausgerichtete Inhalte, insbesondere aus dem Bereich Pädagogik, vermittelt.

Die geplante Änderung des Schulgesetzes macht es möglich, den Schulen auf Wunsch bis zur Hälfte der zusätzlichen Lehrerwochenstunden für Ganztagsschulen in Geldmitteln zur Verfügung zu stellen. Dadurch können die Schulleiter die Übungsleiter aus den Vereinen auch honorieren. Die Höhe dieser Entlohnung soll von den Schulleitern vor Ort festgelegt werden, je nach Qualität des Angebots und entsprechend dem Honorargefüge an der jeweiligen Schule und dem Sportverein. „Gerade beim Sport ist es besonders wichtig, den Ganztagsschulen flexible Möglichkeiten zu verschaffen, um damit Angebote vor Ort passend zu den jeweiligen Strukturen schaffen zu können“, betonte Stoch.

Um den Einsatz zu erleichtern, klärt die Rahmenvereinbarung auch über den Versicherungsschutz von Schülern und Übungsleitern auf. Darüber hinaus sind Ausführungshinweise für Sportvereine und Schulen gemeinsam mit dem LSV erstellt worden, um Details zu erläutern. Sie erklären etwa, wie an der Schule die Nutzung der Sportanlagen oder die Aufsicht über die Sportfachkräfte organisiert werden kann. Die Vereinbarung empfiehlt den Grundschulen und Sportvereinen zudem, Kindergärten und weitere Kindertageseinrichtungen als weitere Kooperationspartner einzubeziehen. Die Vereinbarung und die Ausführungshinweise werden durch eine Sammlung von Praxisbeispielen ergänzt.

 

Bestehende Angebote werden ausgebaut

Die Rahmenvereinbarung weist auf bestehende Angebote zur Förderung von Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen hin:

 

  • An den Staatlichen Schulämtern der Regierungsbezirke gibt es sogenannte "Regionalteams Sport". Ihre Rolle wird bei der Beratung von Schulen und Sportvereinen durch die Vereinbarung gestärkt.

 

  • Das Modellprojekt "Freiwilliges Soziale Jahr (FSJ) Sport und Schule" soll ausgebaut werden. Bereits in diesem Schuljahr sind 46 Freiwillige an rund 100 Grundschulen zur Kooperation mit Sportvereinen im Einsatz. Sie unterstützen die Schulen zum Beispiel bei Sport-AGs oder Schulsportwettbewerben sowie bei Bewegungs- und Spieleangeboten, die über den regulären Unterricht hinausgehen.

 

  • Auch in Zukunft wird den beiden Landesförderprogrammen "Kooperation Schule-Verein" und "Jugendbegleiter" ein großer Stellenwert beigemessen. In diesem Schuljahr nehmen rund 1.700 Schulen am Jugendbegleiter-Programm teil, das mit Mitteln des Kultusministeriums finanziert wird.

 

Der Landessportverband Baden-Württemberg ist im Bereich des außerunterrichtlichen Schulsports der erste Ansprechpartner des Landes. Der Verband hat 3,8 Millionen Mitglieder und vertritt über 11.400 Vereine.

 

 

- Rahmenvereinbarung Unterzeichnungsversion

- Ausführungshinweise

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