Gemeinschaftsschule

Abitur und Oberstufe


Wege zum Abitur

Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule können in neun Jahren das Abitur ablegen. Dazu haben sie mehrere Möglichkeiten:

Entweder sie wechseln nach der 10. Klasse, (bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen, z. B. zweite Fremdsprache) auf ein allgemein bildendes Gymnasium und besuchen dort die Oberstufe (drei Jahre) oder sie wechseln auf ein Berufliches Gymnasium und gelangen dort über die gymnasiale Oberstufe zum Abitur oder sie gehen auf eine Oberstufe einer Gemeinschaftsschule. Auch dort führt der Weg nach Klassenstufe 10 in drei Jahren zum Abitur.

Die Gemeinschaftsschulen informieren über die Anschlussmöglichkeiten nach Klassenstufe 10 in der Region.

Die Oberstufe der Gemeinschaftsschule

Die gymnasiale Oberstufe umfasst an allen Schularten immer drei Jahrgänge: Eine einjährige Einführungsphase und zwei Jahrgangsstufen.

An den Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe werden dieselben Abiturprüfungen wie an den allgemein bildenden Gymnasien durchgeführt. Somit sind nicht nur die Prüfungen selbst identisch sondern auch die Struktur, Organisation und Notengebung während der beiden Jahrgangsstufen an den Gemeinschaftsschulen mit denen an den allgemein bildenden Gymnasien.

Die Einführungsphase (Klassenstufe 11)

Die Klassenstufe 11 an den Gemeinschaftsschulen entspricht der Klassenstufe 10 des allgemein bildenden Gymnasiums, beides sind die Einführungsphasen der Oberstufe. Die Einführungsphase an der Gemeinschaftsschule unterscheidet sich leicht von der Einführungsphase am allgemein bildenden Gymnasium: Es ist den Gemeinschaftsschulen – wie auch an den Beruflichen Gymnasien – möglich, beginnend ab Klassenstufe 11, eine neu beginnende Fremdsprache anzubieten. Diese belegen dann diejenigen Schülerinnen und Schülern, die keine zweite Fremdsprache aus der Sekundarstufe I in die Oberstufe mitbringen.

Die Jahrgangsstufen (Klassenstufen 12+13) und die Abiturprüfung

Die wesentlichen Zielsetzungen der gymnasialen Oberstufe in Baden-Württemberg sind es, den Abiturientinnen und Abiturienten eine solide und zukunftsfähige Basis für den Übergang in die Hochschule und in den Beruf zu legen.

In der gymnasialen Oberstufe und insbesondere in den Jahrgangsstufen kommt deshalb einer breiten und vertieften Allgemeinbildung in den Kernfächern Deutsch, Fremdsprache und Mathematik eine besondere Bedeutung zu. Die besondere Struktur der beiden Jahrgangsstufen ermöglicht aber auch, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Neigungen und Interessen gemäß eigene Schwerpunkte setzen und sich profilieren können.

Über Grundlagen in den einzelnen Fächern hinaus entwickeln die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe die Fähigkeit zu fächerübergreifendem und eigenständigem Lernen weiter und erreichen dadurch eine vertiefte Methoden- und Sozialkompetenz; sie lernen verstärkt, selbstständig, projektorientiert und interdisziplinär zu urteilen.

Detaillierte Informationen gibt es außerdem bei der Schulleitung und der Oberstufenberaterin oder dem Oberstufenberater der jeweiligen Gemeinschaftsschule.

Verbindliche Fächer im Abitur

Die Kernfächer Deutsch, fortgeführte Fremdsprache und Mathematik sind für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich und werden mit vier Wochenstunden unterrichtet. Sie sind Teil der schriftlichen Abiturprüfung.

Die Fächer Geschichte, Musik oder Kunst, Religionslehre oder Ethik und Sport müssen – sofern sie nicht Wahlkernfach sind – über vier Halbjahre zweistündig belegt werden, Gemeinschaftskunde und Geographie in der Regel zwei Halbjahre zweistündig.

Zwei Naturwissenschaften sind für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich.

Abiturprüfung

Verpflichtende schriftliche Prüfungsfächer sind die Fächer Deutsch und Fremdsprache (Aufgabenfeld I) sowie Mathematik (Aufgabenfeld III). Dazu kommt nach Wahl der Schülerin oder des Schülers eine vierte schriftliche Prüfung. Das mündliche Prüfungsfach kann auch durch eine besondere Lernleistung ersetzt werden, die einem Aufgabenfeld zuzuordnen ist.

Bedingung für die Abiturprüfung ist nach der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz, dass neben dem sprachlich-künstlerischen Aufgabenfeld (Aufgabenfeld I) und dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeld (Aufgabenfeld III) auch das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld (Aufgabenfeld II) repräsentiert ist.

Die besondere Lernleistung (Seminarkurs, Teilnahme an einem Wettbewerb oder Frühstudium) umfasst immer eine Dokumentation der angewandten Methoden, des Arbeitsprozesses und der erreichten Ergebnisse sowie ein abschließendes Kolloquium. Hauptziel dieses Angebotes ist die Förderung von Methoden- und Sozialkompetenz, vor allem aber des selbstständigen Lernens. Die generelle Zielsetzung der gymnasialen Oberstufe wird hier noch einmal besonders akzentuiert.

Mit dem Seminarkurs ist es möglich, eine Prüfungsleistung bereits vor der schriftlichen Abiturprüfung abzulegen.

Berechnung der Gesamtqualifikation

Die Berechnung der Gesamtqualifikation ergibt sich bundesweit  aus einem Punktesystem. Insgesamt können 900 Punkte erreicht werden. Davon entfallen auf die Leistungen in den Abiturprüfungen 300 Punkte, auf die Leistungen aus den fünf Kernfächern und den mindestens 20 weiteren zweistündigen Kursen 600 Punkte.

Weiterführende Links

 

Fußleiste